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Ein Leben in der Luft
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tag und nacht,
Beschreibung und Lebensweise des Mauerseglers
ohne Unterbrechung
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Mauersegler [Apus apus]
(griechisch: ohne Füße)
sind eine der faszinierendsten Lebewesen in unseren Städten.

Sie kündigen uns jedes Jahr den Sommer an,
wenn sie pfeilschnell mit schrillen Rufen
in Grüppchen um die Häuserecken fegen.

Die Segler leben bei uns von Ende April bis Anfang August.

Sie brüten nur in Europa, ziehen ihre Jungen auf und
verbringen die übrige Zeit im sonnigen Afrika, südlich der Sahara.

Sie sind echte Weltenbummler und die Luft ist ihr Revier.
Eine Landung auf dem Boden oder auf einem Zweig ist nicht vorgesehen.
Ohne Rast immerzu durch die Lüfte zu fliegen, ist ihnen angeboren
und bedeuet ihnen offenbar die größte Freude.

zu den Erfahrungsberichten und Fotogalerien
 Ein typischer Sommerhimmel: Die Luft ist erfüllt mit schnell dahinjagenden Mauerseglern.
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  Liebeserklärung an die Mauersegler
  Ich habe diese seltsamen Vögel ins Herz geschlossen, weil sie in eindrucksvoller Weise das können, was wir als Menschen niemals vermögen: zu fliegen.
  Fliegen zu können ist bekanntlich ein alter Menschheitstraum. Jedesmal wenn
ich in den Bergen bin, stelle ich mir vor, jetzt abheben zu können und mühelos über Täler, Schluchten und sanfte Hügel zu fliegen und zu schauen, was es an Interessantem zu entdecken gibt.
Ich beneide alles was fliegen kann und empfinde es geradezu als Mangel,
niemals ohne Hilfsmittel fliegen zu können.

Deshalb bin ich Segelflieger geworden, um ein wenig Teil haben zu können am lautlosen Flug über
Täler, Schluchten und sanfte Hügel und spüre intensiv, wie schön und friedlich das Gleiten im Luftmeer ist und fühle mich als fast ebenbürtiger Partner unter den gefiederten Freunden.
Bildausschnitt: 2 Segler, die sich besonders mögen.
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Die Beobachtung der Segler aus aller nächster Nähe, löst in mir unbeschreiblich positive Gefühle aus.
Viele Mauerseglerfreunde, die mir schreiben, bestätigen diese unmittelbare Erfahrung.

Experten sind sich einig: außer, dass ihnen immer weniger Brutplätze zur Verfügung stehen,
fehlt es den Seglern in unseren Städten an nichts, da sie alles finden, was sie zum Leben brauchen.

Wenn also bei Ihnen die Segler im Sommer unterwegs sind, hängen Sie Nistkästen auf,
schauen ihnen beim Fliegen zu und entdecken Sie die Lebensweise der Segler.
Bedenken Sie bitte auch: Mauersegler sind sehr gesellig und leben in Kolonien,
3 Niststätten sollten es zum Anfang schon sein.

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Wie leben die Mauersegler?
Die Lebensweise des Mauerseglers  >  Quelle: Arbeitskreis Umwelt Mombach e.V.
Faszination Mauersegler - Akrobaten der Lüfte - (sehr informativ!)
oder: http://www.vogelarten.de/arten/mauersegler/mauersegler.shtml
© 2003 Vogelschutz-Online e.V. www.vogelarten.de
(Gute Beschreibung!)
 
... als flögen wir dahin - von Markus Heller DIE ZEIT © DIE ZEIT, 36/1995
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Mauersegler und der 'Goldene Schnitt'
Tag
Mauersegler und der 'Goldene Schnitt'
Nacht
 
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Mauersegler sind die einzigen wirklichen Bewohner des Luftmeeres.
Alle übrigen flugfähigen Arten leben entweder auf dem Wasser, oder an Land und zeitweilig in der Luft.
Mauersegler leben (= fliegen) ununterbrochen in der Luft.
Jungvögel erreichen ihre Geschlechtsreife erst am Ende des 2. Lebensjahres. D.h. sie fliegen etwa 2 Jahre lang ohne innezuhalten (24 Stunden am Tag) ohne den Luftraum zu verlassen.

Nur das Brutgeschäft erledigen Mauersegler auf festem Boden.
Das haben Untersuchungen ergeben. Ist das nicht unvorstellbar?
Der Mauersegler: Energiesparen als Überlebensstrategie

Vögel sind Experten im Energiesparen. Durch Verzicht auf schwere Zähne und Knochenmark sowie auf einige innere Organe wie die Blase und den zweiten Eierstock konnten sie in Leichtbauweise den Luftraum erobern.

Mauersegler verbringen fast ihr ganzes Leben in der Luft, nur bei starken Kälteeinbrüchen sammeln sie sich dicht gedrängt und bewegungslos an Häuserwänden oder Felsen. Auch zum Brüten müssen sie noch Boden betreten. Ihre Brutgebiete liegen in Europa bis zu den Tundren Russlands. Unseren Winter über halten sie sich in Afrika auf. Mauersegler sind Langstreckenzieher, die große Höhen nutzen. Die kalten Luftströme in bis zu 3.000 m Höhe helfen ihnen, ihre Energieressourcen langsam zu verbrennen. Mauersegler können bei kalter Umgebungstemperatur ihre Körpertemperatur um einige Grad absenken. Dabei werden alle Körperfunktionen auf ein Minimum heruntergefahren. Jungvögel im Nest übertreffen dabei die Altvögel noch: Sie fallen in Torpor, einen physiologischen Schlafzustand. Dabei sinkt die Körpertemperatur von etwa 39 °C bis knapp über die Umgebungstemperatur ab, darf aber 20° C nicht unterschreiten. Zunächst werden die Fettreserven verbraucht, dann wird das Körpergewebe angegriffen, zuerst die Muskulatur, dann innere Organe, vor allem die Leber. Auf diese Art können Mauersegler einige Tage bis zwei Wochen ohne Nahrung überdauern.
Quelle: Energieroute der Museen

Neues aus der Forschung:

Wie Mauersegler im Schlaf ihre Position halten


Mauersegler schlafen nicht nur im Flug, sondern sie schaffen es dabei sogar, über ihrem Revier zu bleiben, ohne vom Wind abgetrieben zu werden. Johan Bäckman und Thomas Alerstam, zwei Ornithologen von der Universität Lund (Schweden), wollten wissen, wie das möglich ist, und beobachteten deshalb die nächtlichen Flüge der Mauersegler mit Radargeräten. Wie einem Bericht der Zeitschrift Bild der Wissenschaft zu entnehmen ist, fanden die Forscher heraus, dass sich die Vögel durch eine bestimmte Flugtechnik in Position halten. Sie steigen bis zu 3 000 Meter in die Höhe, richten sich in flachem Winkel gegen den Wind aus und ändern in gleichmäßigen Rhythmen alle paar Minuten ihre Richtung. Sie bewegen sich also wie ein Pendel in einem harmonischen Rhythmus über ihrem Revier hin und her. Bei schwachem Wind, so wurde beobachtet, flogen die schlafenden Mauersegler jedoch im Kreis. "Journal of Experimental Biology" (Ausg. 205, S. 905)
Quelle: bild der wissenschaft

Auszug aus einem Artikel der
Frankfurter Rundschau
FR-online.de vom 28.05.2009
Frankfurter Zoo
Segeln an der Zoowand
von Lia Venn

Gott sei Dank - oder wem auch immer -, dass es Mauersegler gibt. Das sind Pfundskerle, wenn auch Leichtgewichte - mit ihren 36 bis 44 Gramm. Aber sie machen so tolle Sachen.
Eigentlich sollte jeder Haus-, Terrassen und Balkonbesitzer, also jeder das-Leben-draußen-Genießer einen Nistkasten am Haus haben.
Denn - Achtung - so ein Mauersegler verfüttert allein an ein einziges seiner zwei bis drei Küken bis zu 20 000 Motten, Fliegen und Mücken - täglich. Mauersegler sind also ganz tolle Freunde der Menschen. Leider beruht diese Freundlichkeit nicht immer auf Gegenseitigkeit...
 
Erich Kaiser: "Ich werde immer wieder gefragt: Schläft er auch in der Luft?"
Offenbar, ja. Unser gesunder Menschenverstand weigert sich, dies zu akzeptieren.
Bei Walen und Delphinen hat man kürzlich eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Diese Meeressäuger
können sich einen Schlaf wie wir ihn kennen, nicht erlauben, denn dabei würden sie unweigerlich ertrinken.
Da sie jeweils nach einigen Minuten auftauchen und Luft schöpfen müssen, haben sie dieses Problem
gelöst, indem jeweils eine Hirnhälfte schläft und die andere diese lebenswichtigen Funktionen übernimmt.
Etwa alle zwei Stunden wird dann zwischen den Hirnhälften gewechselt. Möglicherweise verfügt der
Mauersegler über die gleichen Fähigkeiten: er kann nachts den „Autopiloten“ einschalten und so offensichtlich
sein Schlafbedürfnis im Fluge stillen. mehr im Artikel von E. Kaiser
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Irrtümer und Vorurteile:
Mauersegler können nicht vom Boden starten.
Das ist definitiv falsch. Nur geschwächte, kranke oder verletzte Segler sind nicht in der Lage vom Boden zu starten.
Mauersegler und Schwalben gehören derselben Familie an bzw. sind miteinander verwandt.

Mauersegler sind genetisch mit den Kolibris verwandt. Schwalben und Mauersegler gehören verschiedenen Ordnungen an. Ihre gewisse Ähnlichkeit beruht darauf, dass sich beide Arten auf die gleiche Weise ernähren, indem sie Insekten im Flug erbeuten und sich deshalb schnell und wendig in der Luft bewegen.                                         Unterschiede im Flugbild: Bilder unten

Mauersegler (Apus apus) zählen zur Familie der Segler. Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Schwalben (Hirundinidae) zählen zur Familie der Singvögel. Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Mauersegler werden nach dem Ausfliegen weiter von den Eltern versorgt.
Das trifft nicht zu. Sie sind nach dem Ausfliegen bereits fit für den Flug nach Afrika und versorgen sich selbst. Sie ziehen direkt nach Verlassen des Nests gemeinsam in Jungseglergruppen zielstrebig nach Süden. Sie können sogleich nach wenigen Minuten recht gut fliegen und sind - genetisch optimal programmiert - auf ihr Leben in der Luft vorbereitet.
Hilflose junge Mauersegler, wie auch andere Jungvögel, sollte man nicht vom Boden auflesen.
Das trifft, wie im vorigen Abschnitt ansatzweise beschrieben, nicht zu. Der Mauersegler ist der einzige Vogel, der nach dem Verlassen des Nests, nur noch durch Menschenhand vor dem sicheren Tod gerettet werden kann.
Die Elternvögel kümmern sich nur um ihre Nestlinge. Da sie nicht freiwillig auf dem Boden landen - dazu sind sie von Natur aus nicht geschaffen - können sie nichts mehr für den armen Jungvogel tun.
gestrandeter Jungvogel
Unsere heimischen Singvögel dagegen versorgen ihre Jungen, die das Nest verlassen haben, noch eine ganze Weile (Brupflegeinstinkt), bis sie selbständig ihre Nahrung finden. Deshalb sollte man sie an dem Platz lassen, wo sie sind, auch wenn sie noch so hilflos aussehen. Die Altvögel halten sich nämlich aus Sichertsgründen im Hintergrund und warten mit der Fütterung, bis die Luft wieder rein ist.

Fazit: Ein aus dem Nest gefallener Mauersegler ist verloren, wenn nicht ein tierliebender Mensch sich seiner annimmt. Aber Vorsicht: Da gibt es viel zu bedenken!
Bevor Sie irgendetwas unternehmen. schauen Sie unter Erste Hilfe nach!

Der Unterschied zwischen Schwalben und Mauerseglern
Mehlschwalbe
 
Rauchschwalbe
   
Mauersegler
Mehlschwalbe [Delichon urbica]
 
Rauchschwalbe [Hirundo rustica]
 
Mauersegler [Apus apus]
 
Lernen Sie die Welt der großen Flugartisten kennen!
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zum Vergrößern klicken!   S t e c k b r i e f
Art: Apus apus
Familie: Apodidae
Gewicht: 40 bis 50 Gramm
Körpergröße: 17 cm
Flügelspannweite: 38 - 40 cm
Brutzeit: von Mai bis Juli
Gelege: 2 bis 3(4) reinweiße Eier
Brutdauer: 18 bis 20 (22) Tage
Aufzuchtzeit: 42 Tage
Lebensdauer: bis 21 Jahre (Duchschnittsalter 7 Jahre)
Nahrung: ausschließlich lebende Insekten aus der Luft
Besonderheit: Wenn es der Mauersegler geschafft hat, 21 Jahre alt zu werden, so hat er 4 Millionen Kilometer zurück gelegt oder 97 mal die Erde umkreist.
mehr...
Mehr Informationen >>>
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Jahreszyklus der Mauersegler und Aufenthaltsdauer im Brutgebiet
Mauersegler werden frühestens am Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif, die einjährigen Vögel verbringen also nach der Rückkehr aus Afrika die erste Saison im Brutgebiet noch ohne Reproduktion. Teilweise werden aber schon Bruthöhlen inspiziert und auch besetzt. Adulte Mauersegler führen eine monogame Ehe zumindest für eine Saison, in der Regel aber über viele Jahre. Die partnerschaftliche Treue basiert auf einer ausgeprägten Nistplatzbindung, die Partner treffen auch nicht gemeinsam, sondern meist im Abstand von etwa 10 Tagen im Brutgebiet ein.
Die nur etwa dreimonatige Brutperiode ermöglicht nur eine Jahresbrut, Ersatzbruten bei Gelegeverlust gibt es dennoch häufig, meist im selben Nest. Der Bruterfolg ist stark wetterabhängig, wegen der hohen Lebenserwartung des Mauerseglers beeinflussen jedoch selbst Jahre ohne Nachwuchs den Bestand kaum. Quelle: Wikipedia
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  Texte und Fotos: Klaus Roggel, Konstanzer Str. 4, 10707 Berlin, © 2004 - 2010
  Copyright © Klaus Roggel

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  aktualisiert: 28.12.2013      home          we  
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